Rund 100 angehende Erzieher*innen der Fachschule für Sozialpädagogik haben eine besondere Unterrichtsstunde erlebt. Der bekannt Erziehungswissenschaftler, Psychologe und Erziehungs- und Konfliktberater Dr. Albert Wunsch hat von seinen Forschungen zum Thema Verwöhnungsfalle berichtet. Die Veranstaltung ist durch Vermittlung von Christoph Borries und die Unterstützung des Fördervereins zustande gekommen.
Grundschüler können nicht mehr Balancieren und Schwimmen - Sportvereinen fehlen leistungsbereite Kinder - Kinder sind überernährt und bewegen sich zu wenig. Solche Beobachtungen werden seit Jahren diagnostiziert. Dies – so Wunsch – seien Folgen einer Spaßgesellschaft, in der das „Leichtmach-Prinzip“ bis in Erziehung und Bildung hineinreicht: Lernen muss Spaß machen. Erfolg ohne Anstrengung ist das erklärte Ziel.
Diese Entwicklung wird nach Ansicht von Dr. Wunsch vielfach (unbewusst) durch drei Faktoren verstärkt:
Falsches Helfen
Eltern, Erzieher*innen oder Lehrkräfte übernehmen Aufgaben, die ein Kind selbst erlernen kann und muss.
Fehlende Begrenzung
Eltern, Erzieher*innen oder Lehrerkräfte kapitulieren vor den Aktionen von Kindern oder verwechseln „Verständnis haben“ mit „Durchgehen lassen“.
Ausbleibende Herausforderung
Eltern, Erzieher*innen oder Lehrekräfte verhindern die Entwicklung von Eigenverantwortung und Lebensmut.
Wer jeden Wunsch erfüllt – am besten jetzt und sofort – und Aufgaben oder Konflikte für andere löst, der verwöhnt. Und wer sämtliche Unannehmlichkeiten von Kindern fernhält, der nimmt ihnen die Chance, die im Leben notwendige Konfliktfähigkeit zu erlernen und eine eigenverantwortliche Persönlichkeit zu werden.
Demgegenüber fordert Wunsch die „Drei-Einigkeit einer wirkungsvollen Erziehung“: wohlwollen – vorlebend – konsequent. „Jedes Persönlichkeits-Wachstum entsteht durch Anstrengung. Können und Dranbleiben entwickelt sich durch Üben und Wollen im Hinblick auf attraktive bzw. wichtige Ziele und wird durch die regelmäßige Vergewisserung von Geleistetem verstärkt. Je umfangreicher Menschen solche Erfahrungen machen, desto stabiler wird ihr Selbstvertrauen.“, fasst er seine Erziehungsratschläge zusammen


















